STEPHAN REISNER
CV BIBLIOGRAPHIE SERIES

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AS TIME GOES BY

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AS TIME GOES BY

Es gibt diese Theorie, die besagt, dass man über fünf Beziehungsknoten mit jedem Menschen der Welt bekannt ist. Also auch mit den ganz großen Tieren! Man kennt jemand, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der sich regelmäßig mit Madonna oder Barack Obama zum Lunch trifft. Die sozialen Netzwerke bieten eine schöne Plattform für dieses exquisite Gesellschaftsspiel: Kontaktketten generieren! Es ist wirklich irre! Wir sind alle miteinander bekannt, ohne es zu wissen.

Ich starte hiermit ein Experiment: Bitte helfen Sie mir, die abgebildeten Personen zu finden, damit ich das Recht einholen kann, diese alten Bilder zu veröffentlichen! Verlinken Sie diese Seite, machen Sie sie, so gut es geht, bekannt! Teilen Sie sie über Ihre Netzwerke mit! Sie kennen jemanden aus Heidelberg oder Umgebung? Bitte schreiben Sie ihm umgehend eine E-Mail und erzählen Sie ihm von meinem Vorhaben. Wir wollen gemeinsam eine universale Kontaktkette bilden und in fünf Schritten zu den hier abgebildeten Personen finden!

Im Ernst: Mich interessieren die Geschichten der Abgebildeten, ich möchte wissen, wer sie sind und was aus Ihnen geworden ist. Welche Träume hatten sie damals, als sie im Sommer 1995 zufällig an der Max Bar in Heidelberg vorbei kamen und mir unversehens vor die Kamera liefen? Welche haben sich erfüllt, welche nicht? Leben sie noch? Wenn ja, wo und wie?

Gerade weil die Bilder mir völlig unbekannte Menschen zeigen, betrachte ich sie immer wieder gerne. Ich lese in den Silhouetten und Gesichtern und versuche einen narrativen Zusammenhang zwischen den Bildern herzustellen. Vielleicht findet sich ja doch ein entscheidender Hinweis auf etwas Dramatisches. Es muss ja nicht gleich eine Pistole sein, die sich aus der Unschärfe des Bildes schält. Aber vielleicht doch so etwas wie ein winziges Detail für den Anfang einer spannenden Erzählung.

Je länger ich die Bilder betrachte, desto klarer wird mir, warum ich sie mag: Sie geben mir keine Antwort – im Gegenteil, sie werden mit jedem Tag rätselhafter. Gleichwohl durchlaufen sie den kurzen Augenblick der damaligen Begegnung immer wieder neu und schlagen mir und der Zeit ein Schnippchen. Das empfinde ich als tröstlich, denn nichts vergeht schneller als die Zukunft. Den Abgebildeten wünsche ich, dass sich alle ihre Träume erfüllt haben mögen!


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