STEPHAN REISNER
CV BIBLIOGRAPHIE SERIES

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BACKDRIFT

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BACKDRIFT

Man muss nicht erst das Hohelied des französischen Poststrukturalismus anstimmen, um sich in die unverstellte Anmut urbaner Brachen zu verlieben. Keine Ahnung, was zwischen den unzähligen Seiten dieser eigentlich unverdaulichen Geisteswerke an köstlicher Erkenntnis wabert, ein wenig erinnern sie mich trotzdem an die Schießschartenfassaden der Trabanten längs der Leipziger Straße in Berlin. Und so habe ich mir einmal den Spaß erlaubt, genau dort zu backdriften, also alles von seiner Rückseite zu betrachten, gewissermaßen den Raum hinter, unter, über und zwischen dem bebauten Raum zu erkunden, alle Falten und Eselsohren mal so richtig glatt zu streichen. Dabei stieß ich auf einen wundersamen Ort, von dem ich mittlerweile nicht mehr sicher bin, ob er überhaupt noch existiert, was wiederum nichts anderes belegt, als dass die Zeit selbst nur ein improvisierter Leerraum rund um ein immerwährendes Jetzt (Nichts?) ist. Vergangenheit und Zukunft? Alles freigegeben für diskursanalytische Spekulation und poststrukturalistisches Quartiersmanagement. In diesem Sinne verweise ich als Begleitlektüre zu dieser leicht windschiefen Serie gern auf den famosen Lattenzaun von Christian Morgenstern!


sound: erokia

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