STEPHAN REISNER
CV BIBLIOGRAPHIE SERIES

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ENDE AUGUST, ANFANG SEPTEMBER

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ENDE AUGUST, ANFANG SEPTEMBER

So viele Szenen, die mit nichts als einem Lichtstrahl beginnen, mit einem gezielten Schlag der Sonne, die über der kargen Ebene steht und mit ihrer Lichtfaust und der Kraft eines Äon umspannenden Zeitalters auf die Granitsteine im Sand eindrischt, eine gewalttätige Sonne, die vom Himmel hell herunter schreit, als gelte es, aus der starren, leblosen Materie nur einen einzigen pflanzlichen Trieb hervor zu treiben, einen winzigen grünen Spross, der, einmal vom Wind und vom Regen berührt, sein Ziel nicht aus den Augen verliert und über die Zeit hinaus in den Himmel wachsen wird, immer höher in den Raum hinein, bis er eines Tages zu einer wuchtigen Silbererle ausgewachsen sein wird, zu einem geradezu übermächtigen Lebensbaum, der jenem gleicht, den du von deiner unscheinbaren Stelle am Rande des schmalen Feldweges aus auf der kleinen Anhöhe stehen siehst, unweit einer kaum wahrnehmbaren, lang gestreckten Waldzone, wie herausgeschnitzt aus ungestümen Wolken und ganz und gar sich selbst überlassen wie jene ferne Landschaft am Horizont, über die sich das Asphaltband der breiten, gewundenen Landstraße im gleißenden Licht des Mittags hinzieht wie platt gewalzter, klebriger Lakritzspeichel.


sound: fathead74

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