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MAGALOGE LUMAS 1-2013

WERNER PAWLOK / PARQUE ALMENDARES HAVANNA

Für Fotografen ist das Grün von Pflanzen eine große Herausforderung. Je üppiger das Blattwerk ist, desto mehr Licht schluckt es. Die Tonung wird dunkler, die Konturen verwischen. Pflanzengrün ist sehr sensibel.

Als der deutsche Fotograf und Farbspezialist Werner Pawlok den kleinen verwunschenen Parque Almendares in Havanna aufsuchte, war dieser gerade von einem sommerlichen Platzregen heimgesucht worden. Blätter, Hölzer und Farne hatten sich voll gesogen mit einer farbintensiven und glänzenden Substanz.

Das Licht schlug stimmungsvolle Schneisen durchs Dickicht. Auf engstem Raum entfaltete der Park die Kraft eines tropischen Urwalds. Ein weiter Baldachin aus exotisch schönen Pflanzen und Blättern spannte sich über den Flaneur mit der Kamera und strahlte enorme Ruhe und Kraft aus.

Werner Pawlok, dessen fotografische Arbeiten nicht selten etwas Gebrochenes zeigen, aber niemals wehklagend sind, fing dieses ungewöhnliche Zusammentreffen von natürlicher Kraft und urbaner Schönheit in feiner fotografischer Farbtonung ein. Das Grün ist weder zu blass, noch versinkt es zu schwer ins Dunkle. Helle und dunklere Flächen erzeugen eine harmonisch ausgewogene Bildstabilität, über der - wie eine Seiltänzerin der perfekten Belichtung - das exotische Grün Havannas seine Tanzfiguren zeigt.

[ART-TEXT / LUMAS / MEDIEN MAGALOG / FRÜHJAHR 2013]