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MAGALOGE LUMAS 1-2013

GERHARD MANTZ / VIRTUELLE LANDSCHAFTEN

Utopische und symbolisch aufgeladene Landschaften, in denen der Betrachter sich selbst beziehungsweise den Gemütsbewegungen seiner Seele folgen kann, gehören seit der Romantik und den Gemälden von Caspar David Friedrich zum Kanon der Kunst. Der Berliner Maler Gerhard Mantz frönt diesem Genre auf besondere Weise - er benutzt statt des Pinsels und der Palette ausschließlich digitale Zeichenmittel.

Um die filigranen, pflanzenreichen Landschaften herzustellen, lässt er verschiedene Computerprogramme spezifische Parameterstrukturen berechnen und kombinieren. So erwächst als Produkt erfinderischer, visionärer Bildgestaltung und binärer Algorithmen ein je mit besonderer Stimmung aufgeladenes, filigranes Naturbild aus dem virtuellen Nichts des Bildschirms.

In gewisser Hinsicht sei er eher Gärtner als Künstler, sagt der Berliner Künstler über sich selbst. Er werfe Samen ins Bild und schaue, was dabei herauskommt. Das klingt freilich nach einem gelungenen Understatement, sind die Bilder doch weit mehr als nur zufällige Pflanzengraphen und frei mäandernde Bildraumranken. Die Färbung, die Üppigkeit von Halmen, Blättern und Blüten, der Zustand des Himmels - alles fügt sich zusammen zu einem absichtsvollen Stimmungseindruck, zu einem wohl temperierten, künstlerisch aufgehenden Raumgefühl, das übergeht in ein sommerliches Summen der Seele.

[ART-TEXT / LUMAS / MEDIEN MAGALOG / FRÜHJAHR 2013]