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MAGALOGE LUMAS 1-2013

ROBERT LEBECK / PORTRÄTS

Einen Star zu fotografieren, kann zur heiklen Sache werden. Oder es läuft wie von selbst. Es kommt darauf an, wer auf wen trifft! Robert Lebeck, der große deutsche Reportage-Fotograf, stand vielen Berühmtheiten aus Politik und Kultur gegenüber und porträtierte sie. Beschwert hat sich, soweit wir wissen, niemand über seinen speziellen Blick.

Im Gegenteil. Alfred Hitchcock zum Beispiel nahm die Bitte Lebecks: "Herr Hitchcock, spielen Sie doch mal ein bisschen Herrn Hitchcock!" gerne an, gab sich betont konspirativ und lugte wie ein Britischer Spion aus einer Hamburger Barkasse. Romy Schneider, die von Lebeck mehrmals porträtiert wurde, war derart fotogen, dass die Bilder von sich aus zu strahlen begannen. Und Herbert Karajan war versunken in seinem Element, dass er das Klicken des Verschlusses gar nicht wahrgenommen hat.

Die Kontaktbögen, die damals zur Sichtung der Filme angefertigt wurden, geben uns heute ein Zeugnis davon, welche äußeren Bedingungen oder manchmal auch Unwägbarkeiten eine Porträtsitzung begleiten. Freilich, nicht jeder Schuss konnte ein Treffer sein - das wäre des Guten zuviel! Wir können in den Kontaktbögen Robert Lebeck förmlich nachträglich bei der Arbeit zusehen. Und möglicherweise lernen wir dabei sogar etwas über das Porträtieren.

Dass man zum Beispiel nichts erzwingen, sondern lediglich hervorlocken kann. Denn, auch wenn die Kamera den Job im Augenblick der Aufnahme von selbst erledigt, für den Flirt, die gewagte Aufforderung oder den nötigen Respekt, mit dem der Fotograf seinem Gegenüber begegnet, bedarf es mehr als nur einen Knopfdruck. Porträtieren, das bedeutet, mit jemandem in Kontakt zu kommen! Den Connaisseur und Liebhaber exklusiver Fotopapiere wird es zweifelsohne sehr erfreuen, dass diese originären Kontaktbögen auf edlem Baryt-Papier mit einem weit umfangreicheren und tieferen Schwarzweiß-Spektrum angeboten werden.

[ART-TEXT / LUMAS / MEDIEN MAGALOG / FRÜHJAHR 2013]