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MAGALOGE LUMAS 1-2013

DAMIEN HIRST / SKULLS

Seine internationale Popularität verdankt der umtriebige Britische Gegenwartskünstler Damien Hirst insbesondere zwei genialen und weltweit Aufsehen erregenden Coups. Einmal goss er einen ausgewachsenen Tigerhai in blaues Formalin und stellte ihn als maritimen Untoten mit weit aufgerissenem Maul und messerscharfen Zähnen öffentlich zur Schau. Und das andere Mal brachte er einen komplett mit Diamanten besetzten Totenkopf zur Versteigerung und entpuppte sich später als Mitglied des potenten Käuferkonsortiums.

Man könnte sagen, der Tod steht ihm gut. Das liegt vor allem daran, dass Hirst ihn nie nackt oder anklagend zeigt, sondern stets in Farbe und mit einem subtilen Lächeln. Gekonnt greift der in London beheimatete Künstler dabei auf sehr alte, tradierte Formen der karnevalesken Bloßstellung zurück, die er kunstvoll und in Farbe zu wenden versteht. Auch seine eingefärbten Röntgenschädel erzeugen ein wechselfiebriges Temperament zwischen gesuchtem Skandal und fein dosierter ästhetischer Anmut. Die kombinierten Farben harmonieren und bringen das verborgene Lächeln des Schädels auf smarte und subtile Weise zum Vorschein.

[ART-TEXT / LUMAS / MEDIEN MAGALOG / FRÜHJAHR 2013]