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TYSON ROBERTS / LANDSCHAFTSMODULATION

Für den in Kalifornien lebenden Tyson Anthony Roberts sind Landschaften alles andere als unveränderliche Augenweiden. Sie sind einem steten Wandel unterzogen und verändern sich, nicht nur weil der Mensch in sie eingreift oder die Natur ihnen ein jahreszeitliches Kleid überstreift. Die Landschaftsform als solche ist unstet, flüchtig und in Veränderung begriffen.

Genau dies ist der Ausgangspunkt für Roberts dynamische und zugleich minimalistische Bildsprache. Sie fängt den flüchtigen Landschaftsaugenblick ein, indem das detailreiche Landschaftsmoment stilistisch abstrahiert wird. Der an digitale Pixelraster erinnernde Pinselstrich zieht weniger die Umrisslinien einer Landschaft nach, als dass er eine individuelle Suche nach topographischen Wahrnehmungsspuren initiiert.

Was anschließend im Auge des Betrachters entsteht, ist die optische Rückübersetzung einer romantischen Landschaftsschau in flüchtige Landschaftsmomente mit einer je eigenen Stimmung und Befindlichkeit. Die Zeit wird förmlich gestaucht, und das Auge setzt die gemalten, farblich feinen und kontrastreichen Stäbchen zu vibrierenden Häusern, Feldern, Bäumen, Himmeln und Wolken zusammen.

Diese vibrierende Formveränderung gleicht dem flüchtigen Spiel von wandelbaren Wolken am Himmel. Tyson Roberts begnügt sich nicht mit einer einmaligen Erfassung seiner Motive. Sein Bildstil selbst geht in einen Progress über. Aus dem einen signifikanten und rhythmischen Pinselstrich erwächst ein neuer, der sich zum vorherigen als leicht modifiziert erweist. Man kann also getrost behaupten: Tyson Roberts` Pinselstrich ist selbst eine Landschaft.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2012]