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JENS HAUSMANN / DSCHUNGEL UND MODERNE

Die Malereien des Berliner Künstlers Jens Hausmann sind bei aller Klarheit der Formen, Farben und Perspektiven doppelsinnig angelegt. Der sanfte Widerschein der Abendröte, der auf den glatten Betonwänden der modernen brasilianischen Häuser liegt, vermittelt Sanftheit und Ruhe. Gleichzeitig spiegeln sich die wilden vegetativen Gestaltungen der Umgebung gespenstisch auf den weiten Fensterflächen wider.
Hausmanns Bilder heben bewusst auf ein Spannungsmoment der ästhetischen Moderne ab, das der Autor und Kunsthistoriker Carl Einstein einmal als den Gegensatz von "vue" und "vision" beschrieb. Hier die Verherrlichung der klaren Form, des rechten Winkels und der transparenten Sichtbarkeit. Dort der Wildwuchs des Unterbewussten und der symbolische Eigensinn surrealistischer Traumpoetiken.
Genau in diesem Spannungsfeld zwischen objektivem Sehen und subjektiver Einbildungskraft bewegt sich auch Hausmanns Malerei. Seine modernen Brasilianischen Traumhäuser sind nicht ohne Grund von üppig wuchernder Natur umgeben. Der Dschungel wird zum mehrsinnigen Kontrastmittel der sinnlichen Sachlichkeit des modernen Wohn- und Lebenstraums.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2012]