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PHILIP HABIB / ELECTRIC GEOMETRIC

Viele Jahre fuhr der amerikanische Fotograf Philip Habib durch Pleasantville, einem Vorort von New York, und betrachtete aus dem Auto beiläufig die Strommasten am Wegesrand. Mit jeder Fahrt wurden sie ihm vertrauter. Bald sah er in ihnen mehr als nur funktionale Träger und unübersichtliche Kabelknoten. Die Masten wurden für ihn zu individuellen Gestalten, die seinen Weg begleiteten und in einem ästhetischen Dialog mit ihm zu stehen schienen. Er blickte hoch zu ihnen und musterte ihr tägliches Antlitz: Wer sind sie, wohin führen ihre Kabel?
Eines Tages hielt er unvermittelt an, stieg aus dem Wagen und begann die Verkabelungen zu fotografieren. Der Himmel war strahlend blau und gab einen monochromen Hintergrund ab.
Bei der Sichtung des Materials fühlte er sich erinnert an Piet Mondrians graphische Arbeiten und dessen kräftige Farben, die er selbst gern für seine Arbeiten verwendete. So wurden aus geheimnisvollen Kabellinien, die sich im Zentrum vereinigen und auf mysteriöse Weise wieder auseinander streben, mit digitaler Hilfe moderne Metaphern des Lebens.

[ART-TEXT / LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2012]