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REINHARD STANGL / PARIS BAR

Jede Bar ist eine Bühne des Lebens, und jedes Bild von einer Bar beschreibt eine Utopie. Man versuche einmal, sich seine Lieblingsbar geschlossen vorzustellen! Es gelingt einem nicht. Die Bar ist immer geöffnet und jederzeit empfangsbereit für unsere Träume und Sehnsüchte.

Der Kreuzberger Maler Reinhard Stangl favorisiert eine bestimmte Bar - die legendäre Berliner Paris-Bar. An ihren Wänden hängen kostbare Malereien, deren zeitgenössische Urheber - wie Stangl selbst - keine Farbverächter sind: Julian Schnabel, Daniel Richter, Markus Lüpertz.

Bilder im Bild sind meist absichtsvolle Zitate. Doch Stangls Bilder weisen über die Realität hinaus. Was immer das Auge in feurigroten und wermutgrünen Farbtönen überflutet, es ist mehr als eine expressive Momentaufnahme eines alltäglichen Geschehens. Man wird das Gefühl nicht los, Stangl habe gleich mehrere Zeiten und Augenblicksträume in einem Bild gebannt.

Die Bilder zeigen stets einen Querschnitt durch die Typologie des Großstädters, aber insbesondere bilden sie den unruhigen Zustand jener Herzens ab, die in einer Bar nach dem Leben oder ganz einfach nach etwas Liebesglück suchen.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FrÜHJAHR 2012]