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WERNER PAWLOK / CUBA EXPIRED

Nicht immer tritt der international gefragte deutsche Fotograf und Porträtist Werner Pawlok derart feinfühlig vor seinen Motiven zurück wie in seiner farbintensiven "Cuba Expired"- Serie. Es gibt berühmte Polaroids von ihm, aus denen blicken uns namhafte Gegenwartsschriftsteller nahezu entrückt an. Gekonnt durchbricht der Künstler allzu vertraute Klischees und spielt mit festgefahrenen Sehgewohnheiten, indem er einen Ringblitz bei der Aufnahme benutzte. Dieser legte einen effektvollen weißen Reflexionsring um die Pupillen der Porträtierten.

Auch in seinen Cuba-Bildern versucht Werner Pawlok keineswegs, den Untergang der einstigen Zuckeraristokratie zu beschönigen. Vielmehr zeigt er uns die alten Paläste als stilles Memento mori. Wir begegnen keiner Hymne auf die gute alte Zeit, sondern wohnen einer respektvollen Verbeugung vor dem morbiden Charme der Gegenwart bei. Diese alten Villendiven mit ihrem blättrig dahinwelkendem Wandschmuck und über die Zeit gebrachten Innendekoren können nichts dafür, von der Zeit eingeholt worden zu sein. Sich selbst überlassen, nehmen sie ihr Schicksal würdevoll in die eigene Hand. Die Farbintensität einiger Motive der Serie ist berauschend. Es ist, als wurde der Farbpalette ein karibisches Wundermittel beigemengt.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FrÜHJAHR 2012]