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GÖTZ VALIEN

Der Berliner Maler Götz Valien verfolgt eine smarte Strategie in seinen Bildern. Er will verführen und die Verführung gleichzeitig aufzeigen. Das gelingt ihm ziemlich gut. Wir sehen schöne junge Frauen, die im warmen Abendschein der Sonne genießerisch die Augen schließen. Oder sie rauchen vor einem Bergpanorama eine stimmungsvolle Zigarette. Doch statt "Liberté toujours!" steht da ein "Grüß Gott" im Bild - in Form dreidimensionaler Letter. In einem anderen Werk fliegt Einsteins Relativitätsformel durch das Bild und wirft harte Schlagschatten. Die Szenen gleichen gemalten Lifestyle-Idyllen. Man spürt einen Hauch Art Deco. Die Schriftzüge verführen zum Nachdenken. Bewusst spielt Valien mit dem Erwartungshorizont des Betrachters, lockt ihn mit visuellen Klischees und vermeintlich tiefsinnigen Bedeutungen. Der Dialog, den er sucht, gelingt in dem Augenblick, in dem der Betrachter alle Wertmaßstäbe fallen lässt und die Bilder wie einen Traum auf sich wirken lässt. Gleiches tun die Mädchen, so scheint`s!

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2011]