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H. G. ESCH

Gegenständlicher und zugleich abstrakter kann Architekturfotografie kaum sein. Wenn H.G. Esch einen gläsernen Büro- oder Wohnturm in Hong Kong, Shanghai, Kuala Lumpur oder New York ins Visier nimmt, dann nicht nur, um architektonische Details und bestimmte Strukturen an dem Gebäude aufzuzeigen, sondern vielmehr im Bewusstsein, aus den Details und Formen ein eigenständiges Ganzes zu komponieren. Die Architektur soll zu einem Bild für sich werden. Im Grunde verfährt er dabei anders herum als Karl Bloßfeld zu Beginn der Moderne, der anhand von Schachtelhalmen und anderen Pflanzen aufzeigte, wie weit die Architektur sich seit Jahrhunderten der ornamentalen Vorbilder der Natur bediente. Esch löst alle Ähnlichkeiten mit der Natur auf. Oder besser gesagt, er erweitert den Radius der Vergleichsmöglichkeiten und dringt in Bereiche vor, die mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen sind. Das bedeutet nicht, dass die Architektur verschwindet, sie erweist sich als im Bild ästhetisch aufgehoben.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2011]