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YUMIKO KAYUKAVA

Seit sechs Jahren lebt und arbeitet die japanische Künstlerin Yumiko Kayukava in den USA. Seither ist sie an ihrer Heimat, wie sie selbst sagt, viel stärker interessiert als vorher. In ihren Bildern verbindet sie die traditionelle japanische Bildform des Mangas mit dem bestimmten Lebensgefühl einer jungen Generation, die gelernt hat, sich vielfältig und in aller Medienkompetenz auszudrücken.

Ursprünglich ist der Manga eine zwanglose Form der Lebensdarstellung, eine narrative Momentaufnahme und kein Comicstrip. Kayukawa greift diese tradierte Bildform auf, übersetzt sie in die Gegenwart und füllt sie mit individuellen Bildelementen und ausgesuchten Sujets an. Zu ihrem ikonographischen Vokabular gehören stets Tiere, wilde genauso wie handzahme. Die elektrisierende Spannung, die beim plötzlichen Aufeinandertreffen eines wilden Tigers und einem kuscheligen Hasen im Bild entsteht, geht direkt über auf den Betrachter.

Natur, Mensch und Tiere stehen in Kayukavas Bildern in einem unzertrennbaren Zusammenhang. Wer von dem einen spricht, muss die anderen notwendig mitdenken. So wirken ihre Bildszenen zuweilen wie aus einer japanischen Neufassung von Alice im Wunderland, wobei das Kindliche und vermeintlich Naive stets durchbrochen wird. Tätowierungen und ein Samuraischwert schwingendes Mädchen, das sich in kämpferische Pose wirft, lassen filmische Vorbilder erkennen.

Die popkulturellen und kulturhistorischen Zeichen fungieren stets als erlebnisreiche Zutaten ihrer innovativen Bildsprache. Die Figur des jungen Mädchens ist wandelbar, es schlüpft in Rollen, stellt sich besonderen Situationen. So stellt Kayukava in ihren Bildern stellvertretend die bestimmten Gefühle einer ganzen Generation dar, die auf der Suche nach sich selbst ist im Spannungsfeld von Altem und Neuem.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / HERBST 2011]