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TORSTEN RUEHLE

Torsten Ruehle liebt Bildspiele zwischen narrativer und visueller Doppelbödigkeit. Seine Werke sind surreal-sinnliche Spiegel der Wirklichkeit. Es gibt eine photorealistische Ebene, auf der Personen, Gegenstände und Räume realistisch durchgebildet sind. Und es gibt eine opake Nebelschicht darüber, die wie eine sphärische weiße Lasur die Bilder überzieht. Eine irritierende Ambivalenz, die durch die Wahl der Sujets und durch ungewöhnliche Perspektivführungen noch gesteigert wird. So blickt er gern senkrecht von oben in Räume hinab. Schwarz konturierte Möbelstücke verwandeln sich in geometrische Muster. Doch das Graphische kippt genauso schnell wieder zurück ins Plastische und setzt überraschende und irritierende Augenblicke frei. Was ein umrandeter Fleck war, entpuppt sich als Frau auf einer Liege, die neugierig zur Zimmerdecke blickt. Hat der Betrachter sie bei etwas aufgestört? Ein indiskreter Blick? Auf diese smarte und verschmitzte Weise haucht Torsten Ruehle seinen Bildern Leben ein. Seine sehr subtilen Raum- und Bilderwelten werden nicht umsonst mit der Filmästhetik von David Lynch in Verbindung gebracht.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]