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SANDRA RAUCH / IM WIRBEL DER GROßSTADT

Der Sinnestaumel, der einen auf dem New Yorker Times Square oder in einer belebten Straße in Hong Kong ergreift, könnte nicht plastischer und nachhaltiger in Szene gesetzt sein als in den Werken von Sandra Rauch. Ob in grellfarbene Flächen gebettete Schriftzüge, markante Straßenschilder oder direkt ins Bild montierte Displays, auf denen ein Bild im Bild erscheint, jedes Detail in diesen materiell bedeutungsreich aufgeladenen Straßenansichten löst eine mehr oder weniger starke Assoziation aus. Die einzelnen Bildelemente stehen dabei in einem vielstimmigen Dialog zueinander.

Der Betrachter kann sich nach und nach in diesen kompositorischen Wirbel aus medialen Bannern, Schriftzügen, Werbebildern und urbanen Zeichen einarbeiten. Er wird zum Spurenleser und potentiellen Teilnehmer der Straßenszene. Manch eine Figur winkt ihm direkt aus dem Bild heraus zu. Die fotografische und perspektivische Grundlage der Bilder bewirkt einen enormen Sogeffekt. Plötzlich verwandeln sich die kräftigen Farbflächen in flatterige, poppige und quer in den Straßenraum gespannte Stoffbanner. Vor allem die materielle Vielschichtigkeit, die in den Bilder steckt, macht sie zu sehr sinnlichen und multiplen Kunstwerken. Die Bilder scheinen ihren Aggregatzustand fortlaufend und je nach Fokussierung auf ein bestimmtes Detail zu ändern. Ein vielstimmiges, komplexes Orchester der Großstadt in den grellen Farbräuschen eines magisch-urbanen Chamäleons.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]