INTRO
CV
BIBLIOGRAPHIE
SERIES

PETER RUEHLE / MODELLIERTE SKYLINES

Woran erkennt man das Gesicht einer Metropole? An ihren signifikanten Wahrzeichen? Am Style der U-Bahneingänge? Der französische Filmemacher Jean Luc Godard drehte einst einen Film namens "Alphaville". Paris, der Drehort, ist in dem Film nur schwer wieder zu erkennen. Aus Paris wurde Alphaville.

Der junge Berliner Maler Peter Ruehle nennt Godards Film als seine Inspirationsquelle. Der Filmschnitt und die avantgardistische Fiktion einer Zeit und eines Ortes animierten ihn. Wie kann man heute signifikante und weltberühmte Städte neu zeigen? Seine Wahl fiel auf New York, Wien, Venedig, Rom, Florenz, Paris und Berlin. Er malte sie im typischen Stil der Entfernungsbeobachtung als lang gestreckte Stadtsilhouetten, die wie farbliche Modellierungen der Horizontlinie erscheinen.

Beim näheren Betrachten erkennt man schnell ihre Wahrzeichen. Doch erweisen sich viele Details als frei erfunden. Die Abstände zwischen den Wahrzeichen wachsen oder schrumpfen, nichts scheint einen festen Platz zu besitzen. Genau darauf kommt es an - die komplexe Identität einer Stadt zu zeigen, ohne sich dem Diktat einer vermeintlich einzig realen Erscheinungsweise zu unterwerfen.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]