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BRANISLAV KROPILAK / GHOSTTRAINS

Man muss kein Modellbahner sein, um diesen kühnen Vertretern des digitalen Trainspottings etwas abgewinnen zu können. Bransilavs Kropilaks Vorliebe für technische und industrielle Motive ist seit langem bekannt. Nun entpuppt er sich als geschickter Connaisseur des Geisterwagon-Samplings. Die Züge, die wir sehen, haben diese Landschaften nie durchquert. Das liegt allerdings auch daran, dass es diese Landschaften nie gegeben hat. Alles in diesen Bildern ist zusammengekuppelt worden wie bei einem Zug selbst. Schienenmeter für Schienenmeter wurde die Landschaft durch das breitformatige Bild verlegt. Die Anspielungen auf die in Regalen ausgestellten Modellzüge der Modellbahnliebhaber sind unverkennbar. Und doch beeindruckt dieser Geisterzug- und fiktionale Landschaftsrealismus. Das liegt insbesondere daran, dass das Künstliche so sorgfältig hinter der Nachbildung und Wiedergabe des Realen verborgen bleibt. Es gibt etliche Spuren, die das Sappling auf unheimliche Weise verwischen oder sogar ganz verschwinden lassen. Schon beinahe paradox, aber im Grunde sehr smart. Kropilak stellt das Wesen der Modeleisenbahn einfach zurück auf die Füße des Realen.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]