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ERIN CONE / VISUAL GLITCH REALISM

Erin Cones ungewöhnlich angeschnittene Porträts strahlen formale Frische, Schönheit und junge Eleganz aus. Bewusst limitiert sie die Farbpalette. Hier verwendet sie weiches Rot vor pastellgrünem Hintergrund, dort umrahmt sie eine makellos weiße Haut mit schwarzen Stofffalten. Nichts geschieht ohne kompositorische Absicht und wohl überlegte Farbgebung.

Perfektion erreichen ihre Bilder durch ein besonderes Moment graphisch-visueller Irritation: Ein hauchdünner Strich, der wie ein aufribbelnder Stofffaden vom Ärmel einer Bluse durchs Bild läuft - Photorealismus, der jäh ins Graphische kippt.

Die 1976 in Texas geborene und in New Mexiko lebende Künstlerin verweist explizit auf diese Dualität von figurativem Realismus und einem eigens entwickelten Vokabular visueller Störungen in ihren Bildern. Visual glitch realism nannte ein Kritiker diese originäre Form. Der Begriff Glitches stammt aus der Elektronik und bezeichnet kurzzeitige Störungen in logischen Schaltungen. Nun hat die Kunst ihn annektiert.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]