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JANE BOWN / NATURAL LIGHT STANDARD

Nichts beschreibt Jane Bowns Porträtkunst besser als ihr lakonisches Eingeständnis: "I'm always short on words." Schwarzweiß-Fotografie pur! Kein Blitz, kein Hilfsmittel.

Natürliches Licht fällt durch ein Fenster und erhellt in weichen Übergängen das porträtierte Gesicht. In ihren Bildern findet der Betrachter nichts, was nicht der originären Aufnahmesituation entspricht: Ein Prominenter, ein verschwommener Hintergrund, zwei strahlende Augen und ein Blick, der den Betrachter in ungeahnte Tiefen zieht.

Jane Bown ist die große alte Dame der Britischen Porträtfotografie. Über 60 Jahre lang arbeitete sie für den Observer, die britische Sonntagszeitung. Sie hat alle Größen fotografiert - Bertrand Russel, die Beatles, Samuel Beckett, Francis Bacon, John Houston, Orson Welles, Jean Cocteau, Henri Cartier-Bresson und die Queen.

Sind die Briten für ihr Understatement bekannt, so ist Jane Bown sein Superlativ. Ihre Präzision grenzt an Arbeitsverweigerung. Viele ihrer Sitzungen dauerten nicht länger als 15 Minuten. Als sie die Queen zum 80sten Geburtstag fotografierte, war sie nach zwei Filmen fertig. Es war die Queen, die Bown zu einem dritten Film animierte.

Kein Assistent, kein Belichtungsmesser, nicht mal ein Fotokoffer. Nicht selten erschien Jane Bown mit einer Einkaufstasche zum Shooting: Jahrhundertbilder en passant! Immer das gleiche Objektiv, immer dieselbe Intuition für den entscheidenden Augenblick. Jedes ihrer Porträts ist ein Blickfang.

[ART-TEXT FÜR LUMAS / MAGALOG MEDIEN / FRÜHJAHR 2011]